Dem Perfektionismus die rote Karte zeigen
Shownotes
In der Pflege und im Gesundheitswesen zählt Präzision – doch Perfektionismus kann dich als Führungskraft blockieren.
In dieser Folge erfährst du, wie du den Anspruch loslässt, alles 100% richtig zu machen – und warum 70% manchmal mehr bewirken als 100%.
💡 Das erwartet dich:
Warum Perfektionismus dich mehr stresst als stärkt Die 70%-Regel – eine einfache Orientierung für bessere Entscheidungen Wie du den Umgang mit Fehlern im Team neu denkst Praktische Methoden, um loszulassen und trotzdem verantwortungsvoll zu führen
👉 Ideal für alle, die in der Pflege führen – mit Herz, aber ohne sich selbst zu verlieren.
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00:00:03: Und
00:00:26: hier geht es um das Thema Perfektionismus loslassen.
00:00:31: Und das Spannende ist ja, ich bin seit fast zwanzig Jahren im Bereich Heilwesen und Pflege überwiegend mit Führungskräften im Einsatz.
00:00:41: Nicht so schön zu sagen pflege als ehemaliger Polizist!
00:00:45: Ich kann eben feststellen dass viele Führungskräfte gerade in dieser Branche entweder den Treiber macht allen recht oder den Treibersaal perfekt haben manchmal beides sogar zusammen.
00:00:57: Und Perfektionismus kann aber auch eine Erfolgsbremse sein, weil das steht mir allzu oft im Wege und darüber will ich mit dir heute sprechen.
00:01:10: Ich erlebe eben dass viele Führungskräfte in der Pflegebranche extrem gewissenhaft sind – und das ist ja grundsätzlich erstmal eine Stärke!
00:01:18: Doch Perfekzionismus ist eben nicht dasselbe wie Sorgfalt.
00:01:22: Perfeksionismus basiert oft auf Angst Fehler zu machen oder nichts zu genügen Und nicht auf dem Wunsch das Beste für den Patienten oder das Team zu tun.
00:01:34: Was heißt das?
00:01:37: Im Laufe ihres Lebens machen die Menschen Erfahrungen und wenn sie eben für Fehler extrem abgestraft wurden, oder sie nur geliebt würden, wenn Sie alles richtig gemacht haben dann entwickeln sie im Prinzip eine Strategie und einen Persönlichkeitsanteil aus Unterwuchssein sagt okay ich darf keine Fehler machen Und alles was die Gefahr birgt, dass das falsch ist oder ein Fehler sein könnte und im Nachhinein mir dann aufs Brot geschmiert werden könnte wie jemand gesagt hat.
00:02:06: Dann passgelt.
00:02:08: genau das nämlich.
00:02:09: die Folge sind Entscheidungen werden aufgeschoben.
00:02:13: Ich erlebe auch dass die Leute sagen wissen sie delegieren Verantwortung gebe ich nur ungern ab weil danach ist lieber selbst dann wird es richtig.
00:02:23: Und die Folge ist auch, dass das Team wird verunsichert.
00:02:26: Weil diese Führungskraften natürlich ein unheimlich hohen Maßstab haben und das auch ins Team kommunizieren.
00:02:36: Auf der unterbewussten Ebene merken natürlich die Teammitglieder auch diese Verunsicherung.
00:02:42: Das steckt an – auch wenn man es selber als Führungskraft nicht so wahrnimmt!
00:02:51: Praktisches Beispiel geben, das war eine überlastete Wohnbereichsleitung.
00:02:58: Das heißt es waren sehr erfahrene Wohnbereichsleitungen die zu mir ins Coaching kamen und sie erklärte mir dass sie völlig erschöpft sei.
00:03:08: Sie erklärt weiter sie arbeitet regelmäßig Überstunden kontrolliert jeden Bericht zweimal übernimmt Aufgaben die eigentlich delegiert worden sind weil sich nicht sicher ist ob das sonst richtig gemacht wird.
00:03:20: das waren so ihre Aufgaben Und in dem ersten Gespräch wurde schon sehr schnell klar, sie hat hohe Erwartung an sich selbst.
00:03:27: Sie will niemanden zur Last fallen und immer alles im Griff haben.
00:03:30: also hier haben wir eine Kombination von Perfektionismus... ...und Kontrolle!
00:03:37: Und dahinter steckte eben die Angst das Fehler auf sie als Führungskraft zurückfallen.. ..und sie war der irgendeine Annahme?
00:03:43: ja das ist ja oft das Thema der Persönlichkeitsanteile.
00:03:46: Die wissen ja gar nicht dass wir für thirty Jahre alt sind und Wohnbereichsleitung Sondern.
00:03:52: das ist ja eine alte tiefsitzende Angst, die im jetzt immer noch praktisch den Schatten dieser alte Erfahrung wird.
00:03:59: Den Schatten auf meine Führungstätigkeit heute und in dem Fall haben wir erst mal hat es ihr klar geworden dass dieser Schatten aus der Vergangenheit kommt weil wenn sie ne schlechte Note in der Schule hatte Dann hat sie oft zwei Tage Hausarrest gehabt und das war so eine der Gründe, die wir dann entdeckt haben.
00:04:23: Und auf der Methodebene haben wir mit den Seventich Prozentregel gearbeitet.
00:04:27: Nämlich die Frage was wäre wenn Seventig Prozent reichen würde?
00:04:31: Was wäre das Schlimmste und was wäre das Wahrscheinlichste?
00:04:36: Er hat sie auch gelernt, schrittweise Verantwortung abzugeben.
00:04:40: Das darf man natürlich nicht auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt und sie hat dazu Tagebuch geführt im Prinzip immer meine Ängste bevor ich däligiert habe und dann ein paar Tage später was tatsächlich passiert ist.
00:04:54: Und das Spannende war auch bei der dritten Sitzung sagt mein Team kann viel mehr als ich bisher gedacht hatte Und heute arbeitet sie strukturierter, wie sie von sich sagt.
00:05:05: Setzt klare Prioritäten und ja die Qualität hat sich nicht verschlichtert Herr Vichir.
00:05:11: Als er mir am letzten Telefonat gesagt ganz im Gegenteil das Team fühlt sich gestärkt und Sie ist gelassener weil sie jetzt arbeitet mehr mit Vertrauen statt Kontrolle und kommt auch öfter pünktlich heim weil die Dinge erleben erledigt sind.
00:05:31: Und ein zweites Beispiel noch, das war in einem Krankenhaus.
00:05:35: Ein junger Mann, Bereichsleitung hoch motiviert engagiert aber extrem selbstkritisch.
00:05:42: und der kam ins Coaching weil er ständig das Gefühl hat nicht zu genügen also ob eine Präsentation gehalten hat ne Entscheidung oder zigmal überarbeitet und ertraute sich auch kaum Feedback zu geben.
00:05:54: und das Problem der Perfektionist muss lehmt uns in dem Fall ihn weil er will ja alles richtig machen, aber er kommuniziert dadurch unsicher und das Team merkt es auch wieder hier.
00:06:08: Und hier haben wir mit dem Perspektivwechsel gearbeitet um mal mit der spannenden Frage wie würdest du einen Kollegen sehen?
00:06:18: Der so handelt wie du?
00:06:19: also das heißt wir nennen dass den Stuhl tauscht und setzt sich mal auf den stuhl.
00:06:24: da sind es mitarbeiten und beobachte dich jetzt mal selber.
00:06:28: Und auch eine Übung zur Fehlerfreundlichkeit.
00:06:32: Mal bewusst eine Aufgabe als nur genug, gut genug abliefern und wieder beobachten was passiert auch hier bei der Einsatz vom Tagebuch.
00:06:44: Das Spannende war er sagte dann die Welt geht gar nicht unter.
00:06:47: also das heißt der Persönlichkeitsanteil in uns hat Angst dass die Welt untergeht Und das Feedback auch von der Mannschaft war, er wurde als menschlicher und zugänglicher wahrgenommen.
00:06:59: Das was ja seine größte Angst war, seine Autorität war dadurch in keinster Weise geschädigt.
00:07:10: Ja ich habe eben von der siebzig Prozentregel gesprochen.
00:07:16: diese trägt die Überschrift Mut zur Entscheidung.
00:07:20: vielleicht kennst du schon das Pareto Prinzip Nämlich das besagt, wenn siebzig Prozent der nötigen Informationen oder Vorbereitungen vorhanden sind reicht das oft schon für eine gute Entscheidung und Handlung aus.
00:07:33: Manche sagen auch achtzig zwanzig, auch siebzig dreißig.
00:07:36: so was bedeutet es in der Praxis?
00:07:40: Bill Gates hat es mal gesagt start before you are ready.
00:07:44: also du musst nicht alles perfekt durch Denken um los zu legen.
00:07:48: Entscheidungen dürfen später noch angepasst werden und Handlungsfähigkeit schlägt eben Perfektion in dynamischen Situationen, wie sie ja im Pflegealltag ständig vorkommen.
00:08:00: Und mal ein praktisches Beispiel einer Führungskraft die im Coaching war, die hat halt gesagt okay der neue Dienstplan für nächsten Monat ist zu setzig Prozent rund gibt noch kleine Lücken.
00:08:16: aber statt zu warten bis alles fix ist hat sie ihn schon mal freigegeben mit dem Hinweis, es gibt noch kleine Baustellen.
00:08:24: Die klären wir aber im Laufe der Woche.
00:08:26: und das schaffte eben Transparenz und Bewegung und viele gerade bei dem Thema Dienstplanungen wüssten ja gerne dass Sie noch ein bisschen mitentscheiden können obwohl auch hier wieder Klarheit in der Führung wichtig ist.
00:08:39: die Eckdaten sind vorgegeben.
00:08:42: was auch immer wieder hilft ist zu sagen Fehler sind eine Lernchance statt ein Marke.
00:08:52: Klar, in der Fliege sind Fehler heikel weil sie natürlich Konsequenzen haben können.
00:08:57: aber wenn Fehler tabus sind wird nicht gelernt und das ist viel gefährlicher.
00:09:02: Und der Führungsempuls in diesem Augenblick wäre für dich erzähle auch mal im Team von deinen eigenen kleinen Fehlern.
00:09:10: Das zeigt Dich verletzlich.
00:09:13: Das ist aber Form von Stärke.
00:09:15: oder frag meine Team-Besprechung.
00:09:18: Was ist euch in der letzten Woche passiert, woraus ihr etwas gelernt habt und teilt deine Learnings auch?
00:09:25: Das heißt ja so schön Lessons learned!
00:09:28: Es ist passiert blöd aber was haben wir daraus gelernt?
00:09:32: und eben genauso was ist passiert?
00:09:33: immer gut was wollen wir beibehalten?
00:09:36: Und das heißt aber auch eine fehlende Kultur implementieren.
00:09:42: Ich sage mal schaffe eine atmosphäre in der aus fehlern Verbesserungen entstehen und nicht Schulzuweisung.
00:09:48: Und dazu gehört natürlich wieder die verantwortung.
00:09:54: oft kommt ja so die frage, die konnte das passieren?
00:09:58: besser wäre in zukunft zu fragen was hat dazu geführt dass sie das durchgerutscht ist?
00:10:03: also klassischer fall im alten ein aus dem medikamenten schrank etwas rausgenommen ohne das zu dokumentieren.
00:10:12: Ich war allein im Nachtdienst, zwei Leute haben geklingelt und dann bin ich halt nur hin und hab das rausgeholt.
00:10:18: Und habe es vergessen einzutagen.
00:10:20: Ja?
00:10:25: Die nächste oder die nächsten Impulse, den ich dir mitgeben möchte ist... Es gibt Methoden um das loslassen zu lernen.
00:10:35: Und zwar eines, damit habe ich selber auch gute Erfahrungen gemacht sie ist die drei Minutenregel.
00:10:40: Also frage dich bei jeder Aufgabe, lohnt es sich hier noch mehr Energie reinzustecken oder ist das schon ausreichend?
00:10:46: Und oft lautet die ehrliche Antwort passt schon.
00:10:50: Das zweite ist der Perspektivwechsel.
00:10:52: also stell dir vor eine Kollegin oder ein Kollege kommt mit der gleichen Problem zu dir.
00:10:57: was würdest du der Person raten?
00:11:01: meist sind wir nämlich mit anderen gnädiger als Mit uns selbst und vor allem auch realistiker.
00:11:07: ja John Dealing Ich sage dazu ja auch gern Tagebuch schreiben.
00:11:13: Notier dir einfach am Ende des Tages drei Dinge, die du gut gemacht hast, egal wie groß oder klein und schreibe auch drei Dinge auf, die Du morgen besser machen willst und schreib deine Lessons learned dahinter.
00:11:28: Und die letzte Methode, wir sagen die Amerikaner oder Engländer dann is better than perfect.
00:11:35: hänge den Satz immer irgendwo hin.
00:11:38: oftmals wollen wir ja ein Ergebnis herbeiführen.
00:11:44: Wir sind leicht unterbesetzt, wieder zwei Leute krank.
00:11:49: Dann ist es mal wichtig dass die wichtigen Dinge richtig gemacht sind.
00:11:54: aber diese Perfektion dafür ist jetzt keine Zeit oder haben auch keine Leute?
00:11:59: und dieser Satz erinnert dich daran das Umsetzung Mehrwirkung hat als theoretische Perfktion.
00:12:07: Ja, natürlich profitiert dein Team auch davon wenn du entspannter bist und mit diesem Perfektionismus umgehen.
00:12:17: Weil deine Mitarbeiter trauen sich mehr zu weil sie merken dass Fehler erlaubt sind.
00:12:21: die Kommunikation wird auch ehrlicher weil es wird eben nichts vertuscht und niemand muss sich auch verstellen oder perfekt wirken.
00:12:30: Die Verantwortung wird breiter verteilt.
00:12:32: das ist eine Erfahrung die ich dann in den Teams mache mit den Führungskräften Und das steige auch zu Friedenheit und Motivation.
00:12:42: Deswegen so ein Satz, Beführung bedeutet eben nicht alles perfekt zu wissen oder zu tun sondern Raum zu geben, Entscheidungen zu treffen und Vertrauen zu gestalten.
00:12:52: Also Raum in dem Vertrauen möglich ist.
00:12:56: Manchmal ist gut genug einfach genau das was der Team braucht um ins Handeln zu kommen.
00:13:03: Und so zum Schluss, Perfektionismus loszulassen heißt ja nicht unachtsam zu sein sondern klug mit deiner eigenen Energie umzugehen.
00:13:13: Du bist nicht für Fehlerfreiheit verantwortlich weil es das nicht gibt aber du bist dafür da dass Menschen arbeiten können mit Klarheit Mut und Vertrauen.
00:13:24: Die Arbeit mit dem inneren Anteil das läuft bei uns im Coaching auf der unterbustenebene.
00:13:28: wenn dich das Thema mit dem Perfektionismus persönlich angesprochen hat, hast und du aber ich weiß wie das los werden kannst.
00:13:36: Dann kannst du gerne bei mir ein persönliches Coaching buchen.
00:13:41: wenn du jemand kennst der von dem Thema betroffen ist dann lade ihn ein den Podcast zu hören empfehle mich gern weiter und sei gespannt auf den nächsten Podcast Wenn es wieder um Führung in der Fliege geht.
00:13:54: dein Martin Witzschir.
00:13:57: Dies war eine weitere Episode von dem Podcast Die Pflegedienstleitung.
00:14:01: Empfehle ihn gerne an Kolleginnen und Kollegen weiter, die sich über die Impulse freuen!
00:14:07: Wenn du möchtest, dass wir ein ganz bestimmtes Thema behandeln, lass es mich wissen.
00:14:12: Eine Mail reicht an DrMartinWittschier ethepflegedießleitung.de.
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